Lehrreicher zweiter Saisonstart für den Sachsen Robin Siegert

Schwieriges Rennwochenende im Moto4 Europe Cup in Barcelona mit positivem Abschluss. |

Nur eine Woche nach dem Motorrad Grand Prix von Katalonien auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya trat Robin Siegert an gleicher Stelle zum Saisonauftakt des Moto4 Europe Cup an. Nachdem der 15-Jährige vom Team Kiefer Racing am Pre-Testtag kaum zum fahren kam und permanent einem Rückstand in Sachen Abstimmung hinterher lief, zog er sich, wenngleich natürlich mit Hilfe seines Teams Kiefer Racing und seinem Betreuer Dario Giuseppetti, letzten Endes selbst aus dem Schlamassel. Somit konnte er den spanischen Traditionskurs erhobenen Hauptes verlassen.

Nach zwei Schnupperkursen im vorigen Jahr in der extrem hart umkämpften internationalen Nachwuchsrennserie Moto4 Europe Cup bestand Robin Siegerts Hauptaufgabe beim Saisonauftakt 2026 in Barcelona wieder darin, sich unter diesmal 54 Startern in den Qualifying-Sessions oder gegebenenfalls im Last-Chance-Rennen einen Platz unter den fürs Hauptrennen zugelassenen 30 Schnellsten zu sichern. Dies gelang nicht ganz, hatte aber seine Gründe.

Gleich in der ersten Test-Session am Donnerstag bremste ihn nach wenigen Runden ein technischer Defekt ein, wie er hin und wieder vorkommen kann. In der zweiten immer noch irrelevanten Übungseinheit wollte er die verloren gegangene Trainingszeit best- und schnellstmöglich kompensieren, rutsche allerdings nach nur wenigen Runden harmlos aus.

Mit der schweren Bürde, kaum Abstimmungsarbeit verrichtet zu haben, ging es dann in den ersten offiziellen Trainingstag Freitag, an dem er irgendwie nicht so recht in Tritt kam. Damit schien die Qualifikation fürs Rennen in weite Ferne gerückt zu sein, doch am Quali-Tag Samstag präsentierte sich der kleine Erzgebirger deutlich formverbessert. Dennoch fehlten ihm am Ende etwas mehr als 0,2 Sekunden zur direkten Qualifikation.

Beim weiteren „Aussieben“ hatte er mit der Fahrergruppe, in der er ein paar „Lokomotiven“ vermutete, kein glückliches Händchen, sodass ihm nur der Gang ins Last-Chance-Race am Sonntagmorgen blieb.

In diesem wurden die letzten beiden Teilnehmer am Wertungslauf gesucht. Allerdings war dafür Startplatz 15 keineswegs eine hoffnungsvolle Ausgangsposition, doch mit Rang neun, nur 1,375 Sekunden hinter dem Laufsieger, schlug er sich mehr als achtbar. Auch mit den gefahrenen Rundenzeiten, teilweise schneller als die Spitze, konnte er mehr als zufrieden sein, hatten diese ihm doch bestätigt, was möglich gewesen wäre.

Aber hätte, wenn und aber zählen im Sport nichts, was ihm zunächst zu folgender Erkenntnis brachte: „Generell war es ein sehr schwieriges Wochenende, aber zumindest hatte ich einen versöhnlichen Abschluss.“

Etwas detaillierter schilderte er: „Durch den technischen Ausfall und meinem Fehler am Donnerstag, sind wir gegenüber der Konkurrenz mit weniger Fahrzeit ins Wochenende gestartet. In der ersten Trainingssession konnte ich durch das technische Problem nur drei Runden fahren und in der zweiten bin ich leider in der dritten Runde gestürzt, was sehr ärgerlich war. Deswegen haben wir erst am Freitag so richtig angefangen.“

Und weiter: „Mit den Arbeiten am Set-up haben wir einen guten Step gemacht und waren danach ready fürs Qualifying. Dabei hatte ich allerdings noch ein paar Probleme mit Chattering und konnte meine schnellste Runde auch nicht richtig zu Ende bringen. Von daher hatte ich keine gute Ausgangsposition fürs Last-Chance-Race. Mit P9 habe ich noch das Beste daraus gemacht. Wir lernen weiter und sind ready für die nächsten Rennen.“

Für diese ist Robin Siegert positiv gestimmt, denn von Barcelona nimmt er einige wichtige und zielführende Informationen mit. „Da werden wir uns verbessern und es anders umsetzen, damit wir dann endlich ins Hauptrennen kommen.“

Die Einschätzung seines Trainers und Mentors Dario Giuseppetti, der im gelobten Motorsport-Land Spanien die Motorace Academy betreibt, lautete folgendermaßen: „Robins Leistung im Last-Chance-Rennen hat für einen positiven Abschluss gesorgt. Dennoch muss man sagen, dass das Wochenende für ihn nicht einfach war. Er hatte mal mit allen negativen Dingen des Rennsports zu tun gehabt – Fahrfehler, einen Sturz, einen technischen Ausfall und wenig Fahrzeit. Das hat natürlich alles dazu beigetragen, dass der Rhythmus nicht da war, wie wir ihn erwartet haben bzw. auch er sich ihn selbst erwartet hatte. Wir haben am Samstagabend noch einmal ein langes Gespräch geführt, und ich denke, dass das auch ganz gut funktioniert hat, weil am Sonntag die Herangehensweise eine ganz andere war.“

„Das sind Momente, da muss er durch und lernen, damit umzugehen. Das sind für ihn manchmal neue Situationen, doch diesmal kam alles auf einmal. Dann kam er quasi ins Stolpern und musste erst einmal wieder das Vertrauen zu sich und zum Motorrad finden. Der positive Abschluss war für ihn für seine nächsten Aufgaben sehr wichtig. Ich glaube, dass er das Positive mitgenommen hat. Darauf müssen wir für die nächsten Rennen aufbauen“, fügte Giuseppetti an.

Das sieht auch Robin Siegert selbst so, der bei seinem „Praktikum“ im Moto4 Europe Cup gleichzeitig weitere Erfahrung auch für seine diesjährige Kern-Serie, den Moto4 Northern Cup, sammelte. In diesem liegt er nach zuletzt zwei Siegen auf dem Sachsenring im Rahmen der IDM-Nachfolgeserie Euro Moto auf Tabellenrang zwei.

Mit dem Northern Cup geht es auch weiter, und zwar vom 5. bis 7. Juni auf dem Balaton Park Circuit in Ungarn sowie zwei Wochen später vom 19. bis 21. Juni im Automotodrom Brno in Tschechien, dann jeweils im Rahmen der dortigen MotoGP. Vom 10. bis 12. Juli folgt mit dem Großen Preis von Deutschland auf dem Sachsenring das alljährliche ultimative schwarz-rot-goldene Motorrad-Highlight für hunderttausende Fans, aber auch für Robin Siegert.

Über Robin Siegert:

Robin Siegert erblickte am 1. Januar 2011 im sächsischen Zschopau das Licht der Welt. Mit knapp drei Jahren saß er das erste Mal auf einem Kind-gerechten Motorrad und seit seinem siebenten Lebensjahr fährt er mit Begeisterung Motorrad-Straßenrennen.

Seine ersten Rennen bestritt er 2018 im ADAC Pocket Bike Cup und 2020 wechselte er zu den nächstgrößeren Mini-Bikes. Hierbei wurde er in jenem Jahr im ADAC Mini Bike Cup Gesamtdritter der Klasse Einsteiger.

Nach danach drei lehrreichen Jahren in diversen spanischen Nachwuchs-Meisterschaften kehrte er 2024 in den ADAC Mini Bike Cup zurück und gewann diesen in der größten Hubraum-Klasse Ohvale 190. Zudem wurde er in der parallel ausgetragenen 190er-Kategorie der FIM MiniGP Germany Vize-Meister. Beim World Final am Saisonende brillierte er mit Rang drei unter den jahrgangsbesten Nachwuchsrennfahrern von allen Kontinenten der Welt.

2025 erfolgte der Aufstieg zu den richtigen Rennmaschinen in den Northern Talent Cup (NTC), den er ebenfalls als Vize-Champion abschloss.

In diesem Jahr ist Robin Siegert in der NTC-Nachfolgeserie Moto4 Northern Cup und zudem parallel im in Südeuropa ausgetragenen European Talent Cup (ETC) am Start.

  • Weitere Infos unter: www.robin-siegert.com.
  • Text und Fotos: Thorsten Horn (Pressekontakt Robin Siegert)

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