Sachsen verspricht MZ Landesbürgschaft

Die Traditionsfirma in Zschopau rollt zum Neustart – auch mit Elektrorollern.
Die Atmosphäre auf dem Werksgelände der Traditionsfirma MZ in Hohndorf bei Zschopau war gestern entspannt. Obwohl noch nicht wieder produziert wird, rollt die Motorenwerke Zschopau GmbH offensichtlich auf ihre Position zum Neustart zu.

Die Basis schuf die Aussage des sächsischen Wirtschaftsministers Thomas Jurk (SPD), der die Hilfe des Freistaates für die Traditionsmarke fest zusicherte. „Die neuen Eigner haben jetzt eine Hausbank. Auf dieser Grundlage können wir grünes Licht für eine Landesbürgschaft geben“, sagte er. Sachsen sei interessiert, dass die Motorradproduktion im Erzgebirge weitergehe.

Den Bürgschaftsantrag wollen die neuen Eigner von MZ noch diese Woche einreichen. Die Ex-Motorradrennfahrer Ralf Waldmann, Martin Wimmer und dessen Ehefrau Martina Häger hatten das Unternehmen im März vom damaligen Eigner, dem Mischkonzern Hong Leong in Malaysia, gekauft.

Fünf Millionen Euro nötig

Seitdem waren sie mit dem Freistaat wegen Finanzhilfen im Gespräch. Laut Martin Wimmer wird ein „niedriger Millionenbetrag“ gebraucht, damit die Produktion anlaufen könne. In Expertenkreisen ist von fünf Millionen Euro die Rede, die zu 90 Prozent durch den Freistaat besichert werden sollen. Bisher hat sich MZ mit dem Ersatzteilverkauf über Wasser gehalten. Jedoch mussten bereits elf der 23 neu eingestellten Beschäftigten in Kurzarbeit geschickt werden. Wimmer hofft, dass die angekündigte Bürgschaft schnell unter Dach und Fach kommt. Wer die Hausbank ist, wollte er nicht sagen. Es sei ein ganzes Bankenkonsortium.

MZ will sich nach eigenen Angaben auf die Herstellung von kleineren Maschinen der 125-er Klasse sowie auf Elektroroller konzentrieren. Dazu hat MZ mit der Clean Mobile AG aus Unterhaching bei München einen Partner gefunden, um diese Elektroscooter ab 2010 in Serie zu produzieren. „Clean Mobile hat sich als Entwickler auf Elektroantriebe spezialisiert. Durch die Zusammenarbeit können wir sehr schnell unsere Produkte auf den Markt bringen“, sagte Wimmer.

Clean Mobile lieferte bisher Batterien, Controller und Elektromotoren für Post-Ausliefer-Bikes und den Brennstoffzellen-Antrieb für die Trikes der gelben Post. Der Kooperationsvertrag mit MZ läuft über zwei Jahre. Wahlweise soll der Roller aber auch mit Benzinmotor sowie in unterschiedlichen Geschwindigkeitszulassungen je nach Altersklasse geliefert werden. Der Preis für den E-Roller soll 2000 Euro nicht überschreiten. Vor allem im Süden Europas sowie in Asien sieht Wimmer einen riesigen Absatzmarkt.

Er kündigte an, dass die Kosten über einen Teileeinkauf in Asien sowie über eine Modulbauweise in Grenzen gehalten werden sollen. In Hohndorf werde auch an neuen Antrieben wie einem Hybridmotor gearbeitet. So sei geplant, neben Motorrädern und Scootern auch langlebige Elektromotoren für kleine Blockheizkraftwerke zu bauen, die in Eigenheimen zum Einsatz kommen könnten.

In Zschopau wurden 1922 unter dem Markennamen DKW die ersten Motorräder gebaut. 1929 war das Werk das größte der Welt. Nach Jahrzehnten als volkseigener Betrieb wurde MZ nach der Wende privatisiert und 1996 aus der Insolvenz durch den malaysischen Konzern Hong Leong übernommen, der die Marke jedoch nie in die Gewinnzone brachte.

Quelle Text und Bild: sz-online.de

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