Auch für den Mai 2026 meldet der Industrie-Verband Motorrad ein deutliches Plus bei den Zulassungszahlen. Treiber der Entwicklung sind allerdings die Leichtkrafträder/-roller. Die Top-20-Motorräder im Überblick. |
Insgesamt 20.523 Motorräder wurden im Mai 2026 neu für den Straßenverkehr in Deutschland zugelassen. Das sind 7,6 Prozent mehr Fahrzeuge als im Vorjahresmonat. Betrachtet man die einzelnen Fahrzeugklassen, ergibt sich jedoch ein heterogenes Bild. Satte 18,3 Prozent legten die Leichtkrafträder gegenüber dem Mai des Vorjahres zu, bei den Leichtkraftrollern beträgt das Plus sogar 20,2 Prozent. Die Motorräder über 125 Kubik lagen mit 11.802 Neuzulassungen allerdings nur 1,9 Prozent über dem schwachem Vorjahreswert. Etwas besser sah es bei den Kraftrollern aus, die mit 1.868 Einheiten ein Plus von 6,8 Prozent verzeichneten.
Wirtschaftliche Unsicherheit möglicher Grund für Kaufzurückhaltung
So erfreulich der Trend auf den ersten Blick wirkt, im Kernsegment der »echten« Motorräder hat der Markt noch nicht zu alter Stärke zurückgefunden. Und die Rahmenbedingungen sind ja auch nicht die Besten: Hohe Energiepreise und in deren Folge eine deutlich anziehende Inflation, anhaltende wirtschaftliche Stagnation und die damit bei vielen Menschen verbundene Sorge um Wohlstandverlust bis hin zu Ängsten vor dem Arbeitsplatzverlust. Da werden viele Investitionen lieber in die Zukunft verschoben – und das Motorrad wird noch eine Saison länger gefahren.
Der positive Trend bei den Leichtkrafträdern ist da nur ein scheinbarer Widerspruch: Die attraktiven Flitzer sind für viele Menschen eine spritsparende Alternative zum Auto mit hohem Spaßfaktor, die dank B196-Führerschein auch ohne kostspielige Führerscheinausbildung gefahren werden darf. Und für die Jugendlichen sind die 125er ein Schritt in Richtung eigene Mobilität.
Der Preis spielt eine Rolle
Am Angebot der Motorradindustrie kann die Kaufzurückhaltung bei den Motorrädern über 125 Kubik kaum liegen. So viele attraktive Fahrzeuge der unterschiedlichsten Kategorien dürfte es kaum jemals zuvor gegeben haben. Dass für die Kundschaft angesichts der angespannten wirtschaftlichen Gesamtsituation zunehmend auch der Preis eine Rolle spielt, zeigt der hohe Einstieg der chinesischen Newcomer von CFMoto in die Verkaufscharts. Die Maschinen von CF bieten ein ausgereiftes Konzept und moderne Optik zu absoluten Kampfpreisen. Die neue Preissensitivität der Kundschaft ist auch den etablierten Marken nicht entgangen. So haben Kawasaki und Suzuki ihre Preise in jüngster Vergangenheit bereits angepasst – sprich: gesenkt.
An der Spitze der Tabelle mit den beliebtesten Motorrädern in Deutschland gibt es kaum Bewegung. Rang 1 hält weiterhin unangefochten die BMW R 1300 GS, gefolgt von Kawa Z900, Honda CBR 650 R, Z650 und BMW F 900 R. Auf Rang acht jedoch bereits die CFMoto 450 MT.
Top 20 Motorräder in Deutschland | Januar bis Mai 2026
| Rang | Hersteller | Modell | Einheiten |
|---|---|---|---|
| 1 | BMW | R 1300 GS |
3.757 |
| 2 | Kawasaki | Z900 |
2.310 |
| 3 | Honda | CBR 650 R |
1.271 |
| 4 | Kawasaki | Z650 |
1.084 |
| 5 | BMW | F 900 R |
947 |
| 6 | Yamaha | Ténéré 700 |
917 |
| 7 | Yamaha | MT-07 |
882 |
| 8 | CF Moto | 450 MT |
856 |
| 9 | Yamaha | MT-09 |
801 |
| 10 | Honda | CRF 1100 Africa Twin |
794 |
| 11 | BMW | F 900 GS |
721 |
| 12 | Honda | CB 750 Hornet |
703 |
| 13 | BMW | F 800 GS |
687 |
| 14 | BMW | S 1000 RR |
684 |
| 15 | Kawasaki | Z 1100 |
655 |
| 16 | Honda | NC 750 X |
642 |
| 17 | CF Moto | 675 SR-R |
636 |
| 18 | Kawasaki | Ninja 650 |
618 |
| 19 | BMW | F 900 XR |
567 |
| 20 | Honda | CB 650 R |
548 |
- Weitere Informationen
- Quelle Text und Bild: Tourenfahrer.de



