Notfalldaten per QR-Code

Der Dienstleister Seqrid möchte Notärzten oder Ersthelfern wichtige Informationen über Unfallopfer zur Verfügung stellen: Mithilfe eines per Smartphone lesbaren QR-Codes. |

Für Rallyepiloten ist es verpflichtend, ihre Blutgruppe gut sichtbar auf Helm und Fahrzeug auszuweisen. Ersthelfer gewinnen durch diese Information bei schweren Unfällen wertvolle Zeit.

Deutlich umfangreicher sind die Informationen, die der österreichische Dienstleister Seqrid im Notfall bereitstellt. Ein maschinell lesbarer Code kann auf einem Armband angebracht oder auf den Helm geklebt werden. Wird der QR-Code mit einem Smartphone gescannt (entsprechende App vorausgesetzt), öffnet sich eine Website, auf der der Nutzer notfallrelevante Informationen hinterlegt hat.

Für Ärzte besonders interessant sind in Notfallsituationen Angaben zu Blutgruppe, Medikamentenunverträglichkeiten, Allergien oder schweren Vorerkrankungen. Aber auch die Namen von Kontaktpersonen sind oft hilfreich.

Das Basispaket inklusive Schutzpass und Notfallaufkleber ist kostenlos. Gegen Aufpreis sind Zusatzfunktionen zu haben.

So nützlich der Dienst im Notfall sein kann, dem Schutz der eigenen Daten sollte der nötige Raum gegeben werden. Gerade bei Helmaufklebern besteht die Gefahr, dass neugierige Zeitgenossen den Code heimlich scannen. Und man möchte ja die eigene Krankenakte Fremden nicht buchstäblich unter die Nase halten.

Weitere Informationen

Quelle: Tourenfahrer.de

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Dieser Artikel hat 1 Kommentar

  1. Was auf den ersten Blick nach einer guten Idee aussieht, wird sich in der Praxis hierzulande kaum durchsetzen können.

    Auch dem medizinischen Laien (also mir) kommen da schon mal Bauchschmerzen. Klar, bei Rallyepiloten hat eine Kennzeichnung Sinn: die tragen ganz sicher ihren eigenen Helm und sitzen im Rennen auch nicht in/auf fremden Fahrzeugen. Für den zivilen Verkehr gilt genau das nicht – und deswegen wird meines Wissens auch immer eine Blutgruppenbestimmung vorgenommen, sogar dann, wenn z.B. ein Nothilfepass beim Patienten gefunden wird. Man kann sich einfach nicht zu 100 % sicher sein, ob wirklich genau der Mensch Hilfe braucht, dessen Daten man gerade eingelesen hat, auf welchem Weg auch immer.

    Der zweite Punkt ist in meinen Augen nicht von medizinischer, sondern von ökonomischer und rechtlicher Qualität. Obwohl ich ein starker Befürworter der elektronischen Patientenakte bin, auf die jeder behandelnde Arzt mit der Chipkarte des Patienten Zugriff haben sollte, halte ich absolut nichts davon, dies privatwirtschaftlich zu organisieren. Diese Daten sind einfach zu sensibel und in den falschen Händen (die sich gern auch als die richtigen sehen) sowohl pures Gold wie auch hochbrisanter Sprengstoff.

    TLDR:
    Der Grundgedanke ist sehr gut, diese Form der Umsetzung nicht. Alternativ sollte endlich eine vollständige „elektronische Krankenakte“ in öffentlicher Trägerschaft und den höchsten verfügbaren Sicherheitsstandards geführt werden.

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