Aktuelle Zahlen des Industrie-Verbands Motorrad

Schwacher November für den deutschen Motorradmarkt |

Ein besonders schwacher Monat in einem insgesamt schwachen Jahr 2025: Um fast 68 Prozent liegen die Motorrad-Neuzulassungen in diesem November unter denen des Vorjahresmonats.

Minus 68 Prozent: Ein Einbruch der Zulassungszahlen um mehr als zwei Drittel sollte die Alarmglocken der Motorradbranche schrillen lassen. Betrachtet man diesen Wert jedoch im historischen Kontext, relativiert sich das Bild. Im vergangenen November steuerte der Euro-5-Abverkauf auf seinen Höhepunkt zu. Alle Bikes, für die sich bis dahin kein Käufer gefunden hatte, mussten schleunigst an den Mann (die Frau) gebracht werden – oder von den Händlern und Herstellern selbst angemeldet werden. Denn: Ab 1. Januar 2025 waren Motorräder ohne Euro-5-Plus-Homologation schlicht nicht mehr zulassungsfähig. In dieser Situation schnellten die Zulassungszahlen im an sich verkaufsschwachen Monat November steil nach oben. Etwa 12.000 Motorräder mehr als gewöhnlich wurden neu zugelassen.

Schwache Nachfrage trifft auf Marktsättigung

Der Einbruch der Zulassungszahlen im gerade abgelaufenen Monat ist daher eine nachvollziehbare Korrektur. Die übliche schwache Nachfrage zur Winterszeit trifft auf eine starke Marktsättigung, bedingt durch die große Zahl frisch erworbener Schnäppchen.

Diese banale Erkenntnis hilft dem einzelnen Händler naturgemäß wenig, dessen laufende Kosten unabhängig von Sondereffekten weiterlaufen. Gut beraten waren alldiejenigen, die sich im vergangenen Jahr ein finanzielles Polster aufgebaut haben.

Auf Jahressicht deutliches Minus

Auf die ersten 11 Monate des Jahres 2025 gerechnet müssen Handel, Importeure und Hersteller 28,4 Prozent weniger Neuzulassungen gegenüber dem Vorjahreszeitraum verkraften. Bei den Krafträdern über 125 Kubikzentimetern Hubraum betrug das Minus der Neuzulassungen 29,2 Prozent, bei den Kraftrollern 21 Prozent. Besonders hart traf es die –zuvor jahrelang von einem Rekord zum anderen eilenden – Leichtkrafträder mit einem Einbruch von 36 Prozent, etwas glimpflicher kamen die Leichtkraftroller mit minus 21 Prozent davon.

Während die Wirkung des Euro-5-Sondereffekts im Jahr 2026 deutlich nachlassen dürfte, wird die Branche gespannt auf die Entwicklung der gesamtwirtschaftlichen Lage blicken – denn hiervon hängt die Kauflaune der Kundschaft maßgeblich ab. Denn klar ist: Wer um seinen Job bangen muss, wird sein Bike lieber noch eine Saison länger fahren.


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