Deutscher Motorradmarkt weiter auf Erholungskurs |
Die ersten zwei Monate des Jahres 2026 geben der Motorradbranche Hoffnung. Nach dem Krisenjahr 2025 zeigen die vom Industrie-Verband Motorrad Deutschland e.V. (IVM) veröffentlichten Verkaufszahlen wieder nach oben.
Grund für vorsichtigen Optimismus
Zugegeben: Für eine belastbare Prognose ist es noch zu früh. Die volumenstarken Monate März bis Juni liegen noch vor dem deutschen Motorradhandel. Und doch geben die Zahlen der ersten beiden Monate etwas Grund zur Zuversicht. Im Januar und Februar lagen die Zulassungszahlen über jenen der Vormonate – und das deutlich. Über alle Klassen hinweg kann sich die Branche über ein Zulassungsplus von 41,3 Prozent freuen.
Mit 38,7 Prozent schnitten die Motorräder über 125 Kubikzentimeter zwar etwas schlechter ab als der Durchschnitt. Das ist insofern bedauerlich, als in diesem Segment fast 70 Prozent des Marktvolumens angesiedelt sind. Dafür kann sich die Branche über ein sattes Plus bei den Leichtkrafträdern und -rollern von 49,3 respektive 54,8 Prozent freuen, was den Schluss nahelegt, dass zweirädrige Mobilität beim Nachwuchs weiterhin hoch im Kurs steht.
Volatiler Markt seit der Corona-Krise
Der deutsche Motorradmarkt war in den vergangenen Jahren durch außergewöhnliche Turbulenzen gekennzeichnet. 2020/21 sorgte die Corona-Pandemie mit ihren Lock-downs für starke Umsatzeinbrüche sowie für entsprechende Nachholeffekte. 2024 folgte ein extremer Boom durch den Abverkauf der Euro-5-Modelle, was den Markt im vergangenen Jahr – in Verbindung mit einer allgemeinen konjunkturellen Schwäche – geradezu kollabieren ließ.
Es lohnt sich daher, etwas weiter zurückzublicken, etwa ins Jahr 2019. Vor diesem Zeithorizont liegen die vom IVM für den Januar 2026 gemeldeten Zulassungszahlen (Kraftrad, Kraftroller, Leichtkraftrad und Leichtkraftroller) mit 5.452 Einheiten leicht unter dem langjährigen Mittel von 5.696 neuzugelassenen Maschinen.
Motorradneuzulassungen in Deutschland, jeweils Januar
| 2019 | 2020 | 2021 | 2022 | 2023 | 2024 | 2025 | 2026 | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Kraftrad |
3.242 |
4.446 |
3.403 |
3.500 |
4.598 |
4.784 |
2.167 |
3.696 |
| Kraftroller |
389 |
624 |
173 |
451 |
613 |
564 |
222 |
431 |
| Leichtkraftrad |
401 |
932 |
685 |
818 |
1.008 |
1.060 |
370 |
565 |
| Leichtkraftroller |
331 |
794 |
582 |
858 |
1.221 |
1.181 |
456 |
760 |
| Summe |
4.363 |
6.796 |
4.843 |
5.627 |
7.440 |
7.589 |
3.215 |
5.452 |
Quelle: IVM Performance, diverse Ausgaben
Silberstreif am Horizont
Bei aller Vorsicht: Der Vergleich von Zahlen für einen traditionell verkaufsschwachen Monat hat nur begrenzte Aussagekraft für den weiteren Verlauf des Jahres, Hoffnung auf eine Erholung des Marktes können sie trotzdem nähren, zumal sich der große Einbruch vergangenen Jahres bereits im Januar abzeichnete.
Verschiebungen bei den Marktanteilen
Die Marktanteile der Hersteller im Segment der Krafträder über 125 Kubik sind in den ersten beiden Monaten dieses Jahres deutlich in Bewegung geraten. BMW behält zwar die Spitzenposition gibt jedoch gegenüber dem Vorjahr rund 9,6 % Anteile ab. Auch Honda, lange Erfolgsverwöhnt, verliert Anteile, wohingegen die drei anderen japanischen Hersteller Kawasaki, Yamaha und Suzuki teils deutlich zulegen. Den stärksten Zuwachs, jedoch noch auf niedrigem Niveau, legt der chinesische Newcomer CF Moto hin. Die fernöstliche Marke ist bereits fast gleichauf mit Branchen-Urgesteinen wie Harley-Davidson oder Ducati. Die aggressive Preispolitik der Chinesen scheint – in Verbindung mit attraktiven Produkten – den Nerv der Kundschaft zu treffen.
Doch auch hier ist wegen der noch schmalen Datenbasis Vorsicht bei der Interpretation geboten. Bereits einige verkaufte (oder nicht verkaufte) Einheiten können angesichts niedriger absoluter Zahlen im Januar und Februar starke prozentuale Veränderungen bewirken. Rabattaktionen einzelner Hersteller könnten in diesem Szenario also einen größeren Einfluss auf die jeweiligen Marktanteile haben als in verkaufsstarken Monaten.
Marktanteile, Motorräder > 125 Kubik | jeweils Januar bis Februar
|
2026 |
2025 |
Tendenz |
|
|---|---|---|---|
| BMW |
29,38 % |
38,96 % |
↓ |
| Honda |
13,33 % |
20,26 % |
↓ |
| Kawasaki |
10,33 % |
6,66 % |
↑ |
| Yamaha |
6,54 % |
4,18 % |
↑ |
| Suzuki |
6,08 % |
4,94 % |
↑ |
| Triumph |
5,73 % |
7,26 % |
↓ |
| KTM |
5,26 % |
2,32 % |
↑ |
| Ducati |
4,10 % |
5,66 % |
↓ |
| Harley-Davidson |
3,14 % |
1,25 % |
↑ |
| CF Moto |
3,11 % |
0,14 % |
↑ |
Quelle: IVM
Die beliebtesten Motorräder in Deutschland
Einsam an der Spitze des Zulassungsrankings steht auch nach den ersten zwei Monaten des Jahres 2026 die Reiseenduro BMW R 1300 GS. Trotz gegenüber dem Vorjahr geschrumpftem Marktanteil konnte die weißblaue Marle insgesamt sieben Modelle unterschiedlicher Fahrzeuggattungen in den aktuellen Top-10 platzieren. Ein klarer Beweis für eine schlüssige Modellpolitik der Münchener.
Kawasaki behauptet mit den Naked Bike Z 900 den zweiten Rang, Yamaha stellt mit MT-07 und Ténéré 700 zwei Bikes unter den derzeit beliebtesten zehn Modellen in Deutschland. Die drei genannten Marken lassen anderen Herstellern derzeit keine Chance und teilen die 20 besten Plätze der aktuellen Zulassungsstatistik unter sich auf.
Top 20 Motorräder in Deutschland | Januar bis Februar 2026
| Rang | Hersteller | Modell |
Einheiten |
|---|---|---|---|
| 1 | BMW | R 1300 GS |
970 |
| 2 | Kawasaki | Z 900 |
339 |
| 3 | BMW | F 900 R |
273 |
| 4 | BMW | F 900 GS |
265 |
| 5 | BMW | S 1000 RR |
223 |
| 6 | BMW | F 800 GS |
213 |
| 7 | Yamaha | MT-07 |
178 |
| 8 | BMW | F 900 XR |
176 |
| 9 | Yamaha | Ténéré 700 |
171 |
| 10 | BMW | S 1000 XR |
159 |
| 11 | Honda | NC 750 X |
154 |
| 12 | Yamaha | MT-09 |
152 |
| 13 | BMW | R12 NineT |
147 |
| 14 | Honda | CBR 650 R |
147 |
| 15 | BMW | S 1000 R |
146 |
| 16 | BMW | R 12 G/S |
144 |
| 17 | Honda | CMX 500 Rebel |
139 |
| 18 | Honda | NT 1100 |
137 |
| 19 | BMW | R 1300 R |
132 |
| 20 | Honda | CRF 1100 Africa Twin |
130 |
Quelle: Industrie-Verband Motorrad Deutschland e.V. – IVM
- Weitere Informationen
- Quelle Text und Bild: Tourenfahrer.de
- Alle Artikel auf sachsenbike.de zum Thema – Wirtschaft und Politik –


