Aktuelle Studie – Verkehrsteilnehmer überschätzen Sicherheit im Straßenverkehr

Die meisten Menschen fühlen sich im Straßenverkehr sicherer, als Fachleute die tatsächliche Lage einschätzen. Zu diesem paradoxen Ergebnis kommt eine internationale Untersuchung des Forschungsinstituts Economist Enterprise, die mit Unterstützung des Bremsenherstellers Brembo durchgeführt wurde. |

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Mehr als 6.100 Verkehrsteilnehmer sowie zahlreiche Experten aus zehn großen Fahrzeugmärkten wurden für die Studie »Safety in Motion: Driving Trust in Modern Mobility« befragt. Demnach geben 90 Prozent der Teilnehmer an, sich im Straßenverkehr sicher zu fühlen. Unter Verkehrsplanern, Ingenieuren und Fachleuten aus Industrie und Behörden teilen dagegen nur 45 Prozent diese Einschätzung.

Nach Ansicht der Autoren birgt diese Diskrepanz Risiken. Wer die Sicherheit im Straßenverkehr überschätzt, neige eher dazu, Risiken einzugehen oder die Aufmerksamkeit zu verringern. Weltweit sterben nach den in der Studie veröffentlichten Zahlen jährlich rund 1,2 Millionen Menschen bei Verkehrsunfällen.

Werbung zeichnet falsches Bild von Assistenzsystemen

Als wichtigste Ursachen heutiger Sicherheitsprobleme nennen die befragten Experten nicht technische Defekte. Nur drei Prozent sehen mechanische Ausfälle als Hauptproblem. Deutlich häufiger werden der falsche oder missverstandene Umgang mit Fahrerassistenzsystemen (30 Prozent) sowie Ablenkungen durch Fahrzeugfunktionen (24 Prozent) genannt. Zugleich sind viele Fachleute der Ansicht, dass Werbung die Fähigkeiten solcher Assistenzsysteme überzeichnet und deren Grenzen zu wenig verdeutlicht.

Die Untersuchung umfasst sämtliche Formen des Straßenverkehrs, darunter ausdrücklich auch Motorräder. Spezifische Aussagen zur Sicherheit von Motorradfahrern trifft die Studie jedoch nicht. Die Ergebnisse lassen sich dennoch auf motorisierte Zweiräder übertragen, da auch dort Assistenzsysteme zunehmend Einzug halten und die korrekte Einschätzung ihrer Möglichkeiten und Grenzen sicherheitsrelevant ist.

Deutschland mit vergleichsweise niedriger Unfallrate

Deutschland ordnen die Autoren gemeinsam mit Frankreich und Italien in die Gruppe der sogenannten »Trust Pragmatists« ein. Diese Länder weisen vergleichsweise niedrige Unfallraten auf, gleichzeitig besteht jedoch auch hier eine deutliche Lücke zwischen dem Sicherheitsgefühl der Verkehrsteilnehmer und der Einschätzung von Fachleuten. Nach Auffassung der Studienautoren sind deshalb transparente Informationen über neue Fahrzeugsysteme und deren Leistungsgrenzen ebenso wichtig wie die technische Weiterentwicklung der Fahrzeuge selbst.


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